Review: Airberlin Europäische Business Class Berlin – Paris

Upgrade-„Service“

Da die Umstruckturierung von Airberlin im September/ Oktober viel Unruhe, Flug verschiebungen und -ausfälle mit sich gebracht hat, hatte Airberlin sich bei den Statuskunden entschuldigt. Mehr dazu hier: Airberlin bittet um Entschuldigung…

In meinem Fall, gab es Meilen, generell ein 2. Handgepäckstück und 2 Upgrade-Voucher für die europäische Business Class.
Das war auch der grund für mich, die selbige auszuprobieren. Normalerweise würde ich natürlich für ein Getränk, Snack und freien Mittelsitz nicht über 300 Euro (oneway) zahlen. Der Drink und der Snack sind es normal nicht wert den drei- bis zehnfachen Preis zu zahlen, da ich mit dem Airberlin-Platinum Status den Loungezugang, Priority bei Checkin, Gepäck und Barding sowieso habe und in ca 80% der Fälle der Nebensitz auch frei ist. Die Sitzwahl ist sonst auch nur minimal schlechter, da nur die Business Class Reihe (=Reihe 1) ausgenommen ist bei der Sitzplatzwahl.
(Vorab sei erwähnt dass die Service-Schalter in Tegel Terminal A und C nur noch von einer Handling-Agency betrieben werden und nicht mit „richtigen“ Airberlin Mitarbeitern besetzt sind. Der große Serviceschalter gegenüber A0/ A1 ist auch geschlossen und nur noch ein kleiner 3-Personen Schalter gegenüber A2/ A3 ist in Betrieb.)

Der Upgradeprozess war recht holperig. Die Mitarbeiterin am Ticketschalter wusste dass es diese Upgrade Voucher gibt und hat sich zunächst auch noch bei Topbonus vergewissert wie das Upgrade umzusetzen ist. Der Kern der Auskunft von Topbonus ist dass das Upgrade von dem Agent erfasst werden kann und Topbonus nicht operativ an dem Upgradeprozess beteiligt ist. Es müssen nur die Vouchernummern mit erfasst werden. Ja, es gibt Papier auf dem eine Nummer abgedruckt ist – ganz im Gegensatz zu den Langstrecken-Upgrades.
Nagut, gesagt getan. nach einigem Klicken, Tippen, Blättern in einen Semi-handgeschriebenen Heft war der Agent fast am Ziel. Nur eine Fehlermeldung stand zwischen ihr und meinem Upgrade. nach Rückfrage bei den beiden anderen Damen am Schalter haben sie es mit vereinten Kräften geschafft das Upgrade in den Computer zu stopfen ohne dass es irgendwo wieder raus kam ;-).
Dann sagte der Agent, das der Voucher dort bleibt, aber alles fertig ist und ich zum Check in gehen kann (ins Terminal C). Etwas komisch war es schon ohne jeden Beleg des Upgrades wieder zu gehen – aber bei Langstrecken-Upgrades klappt es auch am Telefon.

Im Terminal C am Priority Check in angekommen fand der Check in Mitarbeiter auch sofort meine Buchung. ABER: „Irgendetwas ist mit ihrem Ticket“. Ich darauf „Ja, der Serviceagent hat das gerade upgegraded.“. Er wieder: „Ich sehe die Business Class, aber das Ticket ist ausge-X-t“. Er war sehr bemüht, hat sofort die Service Agents in Terminal C angerufen damit die das prüfen. Die Ernüchternde Antwort – ich muss zum Service-Schalter. Also rüber zu den Kollegen. Der Service Agent hat seinerseits wieder begonnen zu tippen und zu klicken und kam dabei mehrmals zu dem Schluß: alles in Ordnung sie müssen zum Check in. Ich glaube ihr erkennt den Witz schon…
Ich habe es ihm noch mal erklärt – upgrade in Terminal A, am CheckIn in C geht’s nicht und nun steh ich hier. Er hat noch mal getippt und geklickt und wieder festgestellt: „Alles in Ordnung, offen für CheckIn“.
Also wieder zum CheckIn. Der Agent hier wusste noch wer ich bin und begrüßte mich schon mit „na, neuer Versuch.“ (genau das dachte ich im Übrigen „Versuch“).
Er sucht die Buchung; ratet… Naklar, immernoch ausge-X-t. Er also wieder ans Telefon und wusste aber scheinbar genau was er tut: er hat sich die Ticketnummern geben lassen, diese noch einmal ergänzt und schon war die Buchung wieder in Ordnung und ich konnte eingecheckt werden.

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Lounge

Da der Flug nach Paris (Orly) ging startete er in Berlin von Terminal C. Dort gibt es keine Lounge, sondern den „Exklusiven Airberlin Wartebereich“. Also einen separaten Bereich mit Zeitungen, Zeitschriften und Getränken. Immerhin ist dieser Bereich hinter der Sicherheitskontrolle. Alternativ gibt es in Tegel im Terminal A noch die Airfrance-Lounge. Die kann auch genutzt werden wenn der Flug ab Terminal C startet, da sich die Lounge außerhalb des Sicherheitsbereichs befindet.

Boarding

Das Boarding begann nur ein paar Minuten Später als geplant und wurde auch über die Lautsprecher im Terminal C angesagt. Leider war das kaum zu verstehen. Glücklicherweise warteten bei diesem Flug sehr regeltreue Gäste am Gate und richteten sich nach den Monitoren sodass das Priority-Boarding am Gate gut klappte. Es wäre aber auch nicht so schlimm gewesen später am Gate zu sein, da es natürlich mit einem Bus zum Flugzeug ging. Auch wenn es wieder nur 40 Sekunden Fahrt waren wartete der Bus zuerst 15 Minuten bis auch der letzte Quadratzentimeter besetzt war.
Diese Busse sind immer ein Witz für sich. Der erste Bus steht ewig am geht und die Menschen müssen sich reinquetschen. Mit dem zweiten Bus werden dann die letzten drei bis sechs Passagiere hinterher gefahren, die dann doch nicht mehr in den anderen passten. Irgendwie „Alltags-Comedy“.

Flugzeug
Es ging dann zu einem Airbus A320. Das Flugzeug hat keine separate Business Class oder Ähnliches, sondern lediglich die erste Reihe hat andere Kopfteile. In dieser Business Class Reihe gibt es zudem ein Kissen pro Sitz und der Mittelsitz ist definitiv frei. Außerdem sind die ersten oberen Ablageboxen auf beiden Seiten für die Business Class reserviert.

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Insgesamt waren 3 der 4 Business Class Sitzplätze besetzt.

Der Platz für die Beine war ausreichend, wenn auch nicht überragend.

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Service
Kurz nachdem ich Platz genommen hatte, kam die Purserin, stellte sich vor, begrüßte mich mit Namen und reichte mir ein heißes Tuch. Einen Moment danach kam sie mit Smoothies der Berliner Firma ‚Proviant‘. Ich habe Kirsch-Banane gewählt. Es gab kein Glas, keinen Becher und keinen Strohalm o.Ä. dazu. Für mich war das völlig in Ordnung, wobei ich mich jetzt schon frage ob das immer so ist da nicht jeder aus der Flasche trinken mag.

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Nach dem Start begann die Crew sehr bald mit der Vorbereitung für das Bord-Verkaufsprogramm. Noch während die Vorbereitungen liefen fragte eine Stewardess welche Getränke und welchen Snack ich gerne hätte. Der Snack kann aus dem Angebot des Airberlin „Airbistro“ gewählt werden. Ich entschied mich für ein Laugenbrötchen mit Käse, Salat und Paprika. Als Getränke hatte ich Prosecco und Wasser.
Die gewünschten Snacks und Getränke wurden sehr zügig gebracht. Alles zusammen wurde auf einem Tablett angerichtet. Leider gab es nur Plaste-Geschirr.

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Etwa 30 Minuten vor der Landung kam noch einmal eine Stewardess und fragte ob ich noch einen Wunsch hätte.

 

 

In meinen Augen ist es insgesamt eine ganz nette Erfahrung. Nicht mehr und auch nicht weniger. Der einzige merkliche Vorteil der Europäischen Business Class von Air Berlin liegt in der freien Bordverpflegung bzw. den vergleichsweise um den Passagier bemühten Stewardessen. Nicht der Sitz, nicht das Boarding oder sonst etwas… Gerade als Statuskunde hat man alle übrigen „Priority-Services“ sowieso.

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