Review: British Airways A320 inneneuropäische Business Class Hamburg (HAM) – London-Heathrow (LHR)

Da ich über Silvester mal was anderes sehen wollte habe ich einen Trip nach San Francisco gebucht.

Wie ihr in dem Post Meine erste Flug+Hotel „Kombibuchung“ bei Expedia lesen könnt hatte ich bei Expedia eine ganz normale Paketreise gebucht. Also erst einen Flug gesucht und dann das Hotel dazu ausgewählt. Weil die Tarife irgendwie zusammen passten war dass dann gut 30% günstiger.

In diesem Review geht es also um den ersten Flug von Hamburg nach London in der innereuropäischen Business Class von British Airways.

(Sitzplatzreservierung)

Eigentlich würde ich das nicht mit in den Review aufnehmen, aber für jeden der meint das bei einer Business Class Langstreckenbuchung allein durch den hohen Preis die Sitzplatzreservierung kein Thema sein sollte hier ein paar Worte dazu:

Ich dachte das in gewisser Weise auch, da ich bei anderen Airlines genau diese Erfahrung gemacht habe. Ich war überrascht als ich auf der Seite von British Airways gelesen habe dass die Sitzplatzreservierung kostenpflichtig ist und im Grunde erst bei einchecken gratis wenn die Reste unters Volk geworfen werden.

Glücklicherweise habe ich dann aber gesehen dass es Sonderregelungen für Statuskunden gibt. Kurz gesagt mit meine Airberlin Platin bzw. Oneworld Emerald (höchster Status der Oneworld Alliance) konnte ich dann doch bereits ab der Buchung gratis Sitze auswählen. Ein Glück, wollte ich doch wenigstens in der Nähe meiner Freundin sitzen.

Als ich also nach der Expedia Buchung auf der Website von British die Buchung geöffnet habe um Sitzplätze auszuwählen war ich richtig erschrocken – 74€ Pro Person und Flug auf der Langstrecke…

Kosten Sitzplatzreservierung British Airways Business Class (Quelle: British Airways | Sitzplatzreservierung)

Und hier noch der Überblick über die raffinierten Reservierungsregeln von British Airways:

Regeln Sitzplatzreservierung British Airways (Quelle: British Airways | Sitzplatzreservierung)

Unterm Strich konnte ich Dank Status gratis Sitze auswählen was aber später noch zu Problemen geführt hat als ich dann die unbedeutende Air Berlin Nummer gegen meine neue Qatar Nummer austauschen wollte.

 

Check-In

Der Check in ging so. Ehrlich gesagt hatten wir den Eindruck die Mitarbeiterin hat keine Lust und nun stehen hier auch noch gut 6 Leute am Business Class Check In Schalter.

Natürlich war mein Check In nicht nur Koffer abgeben und Bordkarte abholen sondern ich wollte noch was anderes. Da Air Berlin inzwischen insolvent war, in unserer Buchung aber noch die Topbonus Nummern standen da ich die für die Sitzplatzreservierung eingetragen hatte, wollte ich die noch ändern. Da das Online nicht nicht möglich ist waren wir auf die motivierte Check In Mitarbeiterin angewiesen. Gesagt getan? -Naje: Ich habe ihr das erklärt und sie hat dann begonnen im Computer umherzuklicken. Nachdem sich der Blick von „Reh im Scheinwerferlicht“ zu „Eichhörnchen hat eine Nuss gefunden“ geändert hatte ging ich davon aus sie weiß nun wo die Nummern einzutragen sind. Also ging es los; bei meiner Freundin die Executive Club Nummer von British – check. Bei mir die Nummer von Qatar… Oh oh… Ich konnte zwar nicht viel sehen; aber auf jeden Fall hat sie in das Feld für den Airlinecode mal QA eingetragen -.-

Ich habe sie dann noch gefragt ob es nicht QR sein müssen – „Nein, es ist doch Qatar, also QA“. Ich noch einmal erklärt das der Airlinecode QR ist und auch z.B. bei der Flugnummer vorn dran steht. Die Mitarbeiterin abermals: „Nein, das ist es nicht.“.

Ihr könnt euch vorstellen wie das endet würde, also bin ich gegangen wohlwissend dass die Gate Agents wahrscheinlich mehr Glück mit den Buchstaben haben.

Lounge

British Airways nutzt am Flughafen Hamburg die Hamburg Airport Lounge.  Die Lounge ist nicht sonderlich toll. Es gibt Getränke und Snacks. Von Softdrinks und Kaffee über Bier bis hin zu hartem Alkohol ist alles da. Das Speiseangebot ist eher überschaubar: Würstchen, ein Suppenautomat, kleine Brötchen, Backwaren/ Kuchen/ Kekse und Obst.

Der beste Teil der Lounge ist allerdings der Ausblick. Ihr könnt hier wunderbar über das Rollfeld schauen. Es ist eine angenehme Lounge aber kein Grund extra früher am Flughafen zu sein um hier viel Zeit zu verbringen.

Boarding

Nach dem kurzen Besuch der Lounge sollte der Flug von einem Non-Schenegen Gate starten. Da jeder Flug ins Vereinigte Königreich aus dem Schengen Raum führt mussten wir durch die Passkontrolle. Die lief wie zu erwarten zügig und problemlos.

Das Boarding war nicht besonders spektakulär. Trotz reichlich Ansagen lief es relativ unkategorisiert. Sie haben Versucht das neue Boardinkonzept von British durchzuführen aber faktisch nicht darauf geachtet ob die Passagiere sich auch entsprechend am Gate einfinden. So standen wir eben auch Irgendwo 50m entfernt in der Gangway – Business Class hin oder her.

Das wichtigste für mich war aber mit dem Gate Agent noch einmal die Vielfliegernummer zu korrigieren. Gesagt getan: Für ihn war der Fehler offensichtlich QA gibt es nicht, QR muss es sein. Also hat er es korrigiert und das System hat dann auch meinen Status korrekt angezeigt. Ich frage mich natürlich warum es überhaupt ein Freitextfeld ist bzw. Warum der eingegebene Code nicht geprüft wird. Scheinbar können die Mitarbeiter da alles mögliche eintippen…

Sitz

Wie andere Airlines auch biete British Airways auf den kurzen Strecken innerhalb Europas keine separate Business Class Bestuhlung (Zugegeben, es gibt ein paar wenige Ausnahmen aber darauf solltet ihr nicht setzen). Es sind im Grunde die selben Sitze wie die Economy. Einzig der Mittelsitz bleibt frei und ist mit eine Art Tisch ausgestattet. Nix Lie Flat oder Screen und Entertainment. Die Business Kabine ist dann noch durch einen Vorhang von der Economy Kabine abgetrennt. Es ist ein Vorhang damit die Kabinengröße variiert werden kann – wie gesagt: die selben Sitze.

Service

Den tatsächlichen unterschied bietet British dann nur beim Service sowie Essen und Trinken. Während es in der Economy seit ca. einem Jahr nur noch das Verkaufsangebot gibt, sind für Business Class Passagiere Essen und Getränke inklusive. Allerdings wird hier auch nicht wie auf der Langstrecke angeboten. Der Meal-Service hat relativ zügig nach dem Start begonnen.

Im wesentlichen gibt es ein Gericht nach Wahl aus Zwei Optionen. Dazu wird ein Brotkorb gereicht sodass jeder sein Ciabatta, Mohnbrötchen und Co. selbst aussuchen kann. Auf diesem Flug gab es ein warmes Beef-Ciabatta oder ein Chicken-Salat. Ich habe mich für die warme Option entschieden.

Auf dem Serviertablett gibt es auch direkt dass Dessert dazu. Das Dessert ist das selbe für beide Gerichte. Getränke gibt es natürlich auf Wunsch. Da es sich um die Business Class handelte kann es von Tee, Kaffe über Softdrinks bis hin zu Wein und Sekt alles sein. Auch mehrere Getränke sind hier kein Problem. Ich habe mit einem Sekt und Orangensaft gestartet und zum dessert dann einen warmen Kaffee genommen.

Kurz nachdem die Dessertteller leer waren wurde auch schon das Gro an Geschirr eingesammelt. Die Getränke konnten wir natürlich noch in Ruhe austrinken. 😉

Fazit

Nachdem British Airways rigoros Leistungen aus der Economy gestrichen hat ist es recht angenehm vor dem Vorhang, also in der Business Class zu Reisen. Allerdings loht sich der Kauf von Business Class Tickets für innereuropäische Flüge wahrscheinlich nicht. Ich habe hier schon oft verglichen – Der Preis für ein Hin- und Rückflug Ticket in der Business Class liegt schnell mal bei drei- bis fünfhundert Euro während das Economy Ticket auch mal unter hundert Euro kostet. Das lohnt sich keines Wegs. Ein paar Routen gibt es hin und wieder für Economy-ähnliche Preise. Ich habe kürzlich einen Trip auf die Kanalinseln gemacht, das war  z.B. so ein Fall, aber dazu wird es einen eigenen Beitrag geben.

Als Zubringer zu einem Langstreckenflug ist es eine schöne Einleitung bzw. Ausklang. So kann man von Anfang bis Ende entspannt Reisen, Lounges Besuchen, Priority Services nutzen ohne erst langwierig einen Status aufzubauen.  Auch die erhöhte Freigepäckmenge ist eine gute Ergänzung und kann das Business Class Ticket attraktiver machen.

Auf meinem Flug lief alles ganz gut. Nicht mehr und nicht weniger. Etwas Desinteresse am Check-In, ausgebügelt durch den Gate Agent, Guter Kabinenservice und ordentliches Essen. Was ich grundsätzlich nicht mag ist der unstrukturierte Ablauf beim Boarding. Nachdem British eine neue Boardingstrategie eingeführt hat, sollten Sie die auch durchziehen.

Einzig den Begrüßungsdrink und ein paar Nüsse o.ä. hätte ich mir noch gewünscht. Andererseits auch ein Stück weit nachvollziehbar dass es bei der kurzen Flugzeit schon schwierig sein kann weitere Gänge/ Services unterzubringen.

Comments

  1. […] meinem letzten Post habe ich schon einen Review der British Airways Business Class auf der Kurzstrecke gegeben; hier […]

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