Review: British Airways Boeing 777 Business Class London-Heathrow (LHR) – San Francisco (SFO)

In meinem letzten Post habe ich schon einen Review der British Airways Business Class auf der Kurzstrecke gegeben; hier nun auch mein Review zu dem Langstreckenflug.

Lounge

Kurz: nicht drin gewesen

Etwas länger: Da der Anschluss vom Zubringerfiug aus Hamburg nur 65 Minuten war, sind wir nicht noch einmal in eine Lounge gegangen. Das wäre zeitlich nichts geworden, da wir auch noch von den A-Gates zu den C-Gates im Heathrow Terminal 5 mussten. Tatsächlich waren wir dann etwa eine viertel Stunde vor dem Boarding am Gate.

Boarding

Das Boarding begann irgendwie ohne dass es eine Ankündigung gab. Eine Mitarbeiterin von British Airways sprach einige der sitzenden Passagiere an und die wurden dann schon ins Flugzeug geschickt. Während sie dass so tat begann dann auch die Ansage und das Boarding begann „offiziell“ nach dem neuen Konzept.

Bei diesem Flug haben sich die meisten Passagiere auch an die Ansagen gehalten und es gab nicht wieder eine riesige Menschenmenge die jetzt sofort in den Flieger will. Außerdem gab es hier auch deutlich mehr offene Reihen die auch sauber beschildert waren mit First, Business Class, Priority oder Economy.

In der Kabine angekommen war es etwas problematisch dass alle Economy Passagiere durch die Business Class mussten. Dadurch dass das Boarding einzig durch die Tür hinter der First aber vor der Business erfolgte war natürlich oft stillstand während ein Business Class Gast sich sortierte oder die Flugbegleiter die Willkommensdrinks reichten.

Priority Boarding ist ja schön, aber besser wäre es noch den gesamten Vorgang so zu planen dass nicht längere Wartezeiten vorprogrammiert sind.

Laut anzeige läuft das Boarding noch gar nicht, aber es sind schon jede Menge Leute auf dem Weg in den Flieger

Die Flugbegleiter waren ganz witzig: da es erst zwei Tage nach Weihnachten war haben sie sich noch bemüht eine entsprechende Stimmung zu vermitteln und hatten sich während des Boarding mit Weihnachtspullover, Weihnachtsmannmütze und Lichterkette dekoriert. Leider konnte ich davon kein Foto machen.

Sitz und Ausstattung

British Airways ist eine der wenigen Airlines die in der Business Class der Boeing 777 8 Sitze pro Reihe installiert hat. Die sitze sind in einer 2-4-2 Konfiguration verbaut wobei die Plätze am Gang jeweils in Flugrichtung und die übrigen entgegen der Flugrichtung ausgerichtet sind. Bei Cathay Pacific z.B. sind es im selben Flugzeugtyp nur 4 Sitze Pro Reihe in einer 1-2-1 Konfiguration.

Wir hatten die Plätze 10J und 10K reserviert. Das Problem bei den Sitzen die Rückwärts orientiert sind ist, dass der Zugang zum Gang nur über die Füße des Passagiers auf dem dahinter folgenden Gangplatz möglich ist. Also von 10K musste meine Freundin über die Füße des Passagiers auf 11J wenn sie ihren Sitz verlassen wollte.

Sitzplan British Airways Boeing 777 Business Class(Quelle: britishairways.com Sitzplatzreservierung)

Durch 8 Sitze pro Reihe ist jeder Sitz nicht besonders breit. Nur durch die unterschiedliche Ausrichtung ist es überhaupt möglich so viele Sitze unterzubringen, da jeder Sitz in Richtung der Füße immer schmaler wird. Da ich auf diesem Flug den Gangplatz hatte ist mir schnell aufgefallen dass der Sitz quasi keine Privatspäre bietet da er zum Gang quasi komplett offen ist. Vor allem da alle Economy Passagiere durch die Business Class mussten war das zuweilen wie ein Tier im Zoo.

Auf der Plus-Seite kann ich allenfalls sehen dass der Sitz komplett flach verstellbar ist und so auf jeden Fall gute Voraussetzung für eine Mütze voll schlaf bietet.

Die Decke und das Kissen waren völlig in Ordnung. wir haben auch keine Probleme mit Bettwanzen o.Ä. gehabt (Da das Thema bzgl. British Airways kurz zuvor durch die Medien ging).

Die Kopfhörer machten anfangs gar keinen so richtig schlechten Eindruck aber das änderte sich je länger ich sie benutzt habe. Die Noise Canceling Funktionalität ging gegen null und die Passform war grausam. Je länger ich sei benutzte desto mehr fingen meine Ohren an weh zu tun. Dazu kam dann später noch, dass die Einstellung der Lautstärke (oder die Kopfhörer selbst) ist nicht ausreichend möglich ist: auf leisester Stufe war das Entertainment noch zu laut. Eine Stufe leiser, und der Ton war aus. Die Qual der Wahl: zu laut den Film schauen oder einen Stummfilm draus machen. Meine Erkenntnis ist hier ganz klar – falls es noch mal auf eine Boeing 777 von British geht dann nur mit eigenen Kopfhörern (mit funktionierendem Noise Canceling).

Das Entertainmentsystem war sicher mal recht ansprechend – in den frühen Neunzigern – würde ich jetzt schätzen. Es hat eine schlechte Auflösung. Die Film und Serienauswahl war sehr überschaubar und auch die Sprachoptionen nur sehr eingeschränkt. Es gab nur sehr wenige Filme in deutscher Sprache. Das kann ich getrost mit dem Entertainment bei Turkish Airlines in der Economy auf z.B. einem Airbus A321 vergleichen. Bildqualität und Einstellungsmöglichkeiten auf einem ähnlichen Niveau. Der Screen hier war zwar größer, hatte aber scheinbar nicht mehr Pixel.

Wie das Leben so spielt gab es natürlich noch ein weiteres Problem mit dem Entertainment: Die Ondemand Filme und Serien waren nach gut der Hälfte der Flugzeit nicht mehr verfügbar. Ich konnte mir nur noch die Karte anschauen oder die „TV-Kanäle“.

Die Ablagemöglichkeiten waren auch sehr begrenzt. Nämlich die Armlehne und das Staufach unter dem Nachbarsitz. Hier muss wirklich was passieren. Ich konnte nicht mal die Wasserflasche irgendwo abstellen die es vor der „Schlafenszeit“ gab. Geschweige denn mein Handy oder irgendwas anderes ablegen. Selbst die Kopfhörer lagen ständig irgendwo halb unter der Decke.

Zumindest gab es an jedem Sitz einen eigenen Stromanschluss. Leider war der aber auch am Boden und es gab auch keinen USB Anschluss.

Hier noch der Blick aus dem Sitz auf den Tisch und die Sitzbedienung (rechst unten am Bildrand).

Und ein Blick in den Mittleren Bereich der Kabine mit den „Doppelsitzen“ – die sind aber alle nach hinten ausgerichtet.

 

Ein nettes Feature des Sitzes ist die Leselampe. Direkt neben dem Licht ist ein Dimmer mit dem die Helligkeit stufenlos eingestellt werden kann.

Noch während das Boarding lief haben die Flugbegleiter die Amenity Kits verteilt. In diesem Fall ist es eine Art Stoffbeutel in der auf ca. ein viertel der Größe gefaltet und mit einer Plasteplobe verschlossen war. Enthalten waren Socken, Schlafbrille, Ohrstöpsel, Cremes, Lippenbalsam, Stift, Zahnbürste mit Zahnpasta und ein „Gutschein“.


Service und Essen

Der Service begann während des Boardings mit Sekt. Auf Wunsch gab es auch andere Getränke.

Nach dem Start geb es dann noch ein Tütchen Nüsse.

 

Die Menukarte wurde auch schon während des Boarding verteilt sodass ausreichend Zeit war ein Essen auszuwählen. Wir hatten allerdings den Pre-Order Service getestet – also das essen schon vorher Online ausgewählt. Das hat auch geklappt. Der Flugbegleiter kam aber noch einmal um sich die Vorbestellung bestätigen zu lassen.

 

Der Lunch-Service begann dann gut eine Stunde nach dem Start. Hier einige Fotos vom Essen:

 

Das leichte Essen vor der Landung traf nicht so richtig unseren Geschmack. Zumindest diese Salat-Pastetenkombination war gewöhnungsbedürftig.

Bei allen Essen hat mir nicht gefallen dass Besteck und Geschirr sehr kalt waren. Auch Salat und Obst waren für meine Begriffe viel zu kalt. Die warmen Speisen waren in Ordnung, also nicht zu kalt.

Neben den geplanten Mahlzeiten am Platz gab es an der Seite der vorderen Küche eine Art Selbstbedienungs-Bar. Mit Snacks wie Schokoriegel, Chips, Obst, Joghurt und sogar Eis bzw. Sorbet. Es gab auch Getränke, allerdings waren einige bereits in Gläser eingeschenkt und standen dort rum. Dass fand ich wieder nicht so gut. Ich habe mich entsprechend für ein Dosengetränk entscheiden.

Fazit

Am Ende ist es auf den langen Flügen nunmal vor allem der Sitz der den Unterschied macht, evtluell noch das Entertainment wenn es ein überschaubarer Tagesflug ist. Der Sitz hat mich nicht überzeugt. Z.B. Qatar bietet spürbar mehr Komfort. Auch Airlines wie Iberia oder ehemals Airberlin fand ich hier deutlich besser aufgestellt. Es fehlen Ablagemöglichkeiten am Sitz – etwa für die Flasche Wasser oder den Müll.

Die Flugbegleiter waren bemüht alle Wünsche zu erfüllen und können auch nichts für das Sitzkonzept oder das veraltete Entertainment. Es ist natürlich angenehmer in der Business Class als in der Economy aber da ich schon anderes (besseres) erlebt habe möchte ich die British Business Class in dieser Konfiguration nicht empfehlen.

Insgesamt war der Flug durchaus akzeptabel und es ist vielleicht meckern auf hohem Niveau aber das Gesamterlebnis animiert mich nicht dazu noch einmal mit British in der Business Class zu fliegen und ich denke ich werde in Zukunft auf die günstigen Preise bei British verzichten und lieber ein paar Euro mehr zahlen damit ich auch zufrieden bin.

Unterm strich rate ich von dem Produkt ab.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

I agree